Liebe Leserinnen und Leser des Molpertshauser Lindenblatts!

Mit dem vom Musikverein Molpertshaus veranstalteten Lindenfest am 21. und 22. Juli 2007 erscheint nach zweijähriger Pause auch wieder eine neue Ausgabe des Molpertshauser Lindenblatts.

Wenn der Schein nicht trügt, so ist in den letzten Jahren das Interesse an lokalgeschichtlichen Ereignissen nicht nur in Molpertshaus spürbar gewachsen. In der Nachbarschaft werden alte Notenblätter gefunden, die sich dann schon fast als kleine Sensation herausstellen. In Bergatreute werden Veröffentlichungen über Geschichte und Geschichten herausgebracht. Und die Nachfrage nach alten „Molpertshauser Lindenblättern“ hält an…

So hoffen wir, dass Sie auch mit dieser Ausgabe wieder einige Neuigkeiten und Überraschungen aus der so genannten „guten alten Zeit“ erfahren. Neben der Schulgeschichte von Molpertshaus bildet heuer der Rückblick in den Einzelhandel und die Geschäftswelt der Kirchengemeinde einen Schwerpunkt.

Daneben geht der Rückblick aber bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Zudem soll auch der Humor nicht zu kurz kommen. Für diesen sorgt unter anderem der noch heute sehr verehrte Pfarrer Adolf Heinzmann.

Wie immer sind wir für Rückmeldungen, Anregungen und Ergänzungen dankbar.

Die Herausgeber des Molpertshauser Lindenblatts

Zu den Textbeiträgen gelangt man, wenn man  den Textbeitrag  mit gedrückter strg-Taste anklickt.

      Alte Eiche in Molpertshaus

    Kaufläden in der Pfarrgemeinde früher  

 Jubiläum Gasthaus Adler 

Anekdoten um Pfarrer Heinzelmann

aus der Schulgeschichte  

 aus den Verhörprotokollen der Herrschaft Wolfegg im 30-jährigen Krieg  

Trinkwasserversorgung Mennisweiler

aus der Geschichte der Firma Neyer

 

  

 

Nachdem mittlerweile die bedeutenden Linden in der Kirchengemeinde weithin beschrieben wurden, widmen wir uns in Zukunft anderen auffallenden Bäumen, die in der Pfarrei zu finden sind. Obwohl es in dieser Ausgabe eine Eiche ist, bleiben wir beim Namen unserer unregelmäßig erscheinenden Jahreszeitschrift und nennen diese weiterhin das „Molpertshauser Lindenblatt“.

Alte Eiche in Molpertshaus

Am Molpertshauser Kreuzweg steht etwa auf Höhe der siebten Station (Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz) eine imposante Eiche. Sie hat den stattlichen Umfang von 3 Metern und 87 Zentimetern und somit einen Durchmesser von 1 Meter 23. Stadtförster i.R. Nold schätzt das Alter dieser Eiche auf etwa 120 Jahre. Das würde auf eine Pflanzung im Zusammenhang mit der Anlegung des Kreuzweges hindeuten. Das heißt, dass der Baum jährlich etwa 1 Zentimeter stärker geworden ist. Das kommt nach fachlicher Beurteilung von Förster Nold bei einer Eiche nur dann vor, wenn sie einen sehr guten Untergrund hat.

Kaufläden in früherer Zeit in der Pfarrei Molpertshaus

Im Jahre 2007 gibt es in der Kirchengemeinde Molpertshaus noch einen Laden. Bei der Bäckerei Fehr in Mennisweiler gibt es neben Brot und Kuchen fast alles, was man für den täglichen Gebrauch benötigt.

Die großen Discounter haben die so genannten „Tante-Emma-Läden“ zum größten Teil vom Markt verdrängt. Wie wichtig allerdings ein Laden in einer Gemeinde ist, kann man immer wieder erfahren, wenn man bei der „Hanne“ einkauft. Dort werden Nachrichten bekannt, Kinder können noch ihr Vesperbrot holen und bekommen, wenn sie Glück haben, auch noch eine Süßigkeit geschenkt.

Das Leben in einem kleinen Flecken wäre ärmer, wenn es diese Treffpunkte nicht mehr gäbe. Früher, ja früher, da war es einmal anders. Da gab es richtige Konkurrenz in den Weilern der Kirchengemeinde. Viele können sich noch an diese Zeit erinnern, als es in Molpertshaus, Engetweiler und Mennisweiler 2 noch mehr Läden gab als heute. Das „Molpertshauser Lindenblatt“ möchte in dieser Ausgabe an diese Zeit erinnern und gleichzeitig all denen den Respekt bekunden, die für die Versorgung der Bevölkerung sorgten und auch noch heute sorgen.

  Kolonialwarengeschäft von Bernhardine Keller in Engetweiler

Den ehemaligen Laden in Engetweiler gibt es nicht mehr. Die Erinnerung an die Zeit, als die Engetweiler Bürger noch fast alles für den täglichen Bedarf Notwendige in ihrem Flecken erhalten haben, bleibt. Die folgenden Ausführungen und Informationen verdanken die Herausgeber vor allem Albert Stöckler, Anton Lander und Rudolf (mit auf dem nebenstehenden Foto!) und Dora Küble.

Der Laden von Bernhardine Keller bestand von 1928 bis 1974. Es war mit ziemlicher Sicherheit Matthias Forster und seine Frau Josefa Geray, die im Jahre 1928 aus Bergatreute nach Engetweiler kamen und dort in dem 200 bis 300 Jahre alten Haus einen Laden eröffneten. Matthias Forster starb allerdings bereits 1932, seine Frau sechs Jahre später. So wurde das Haus und der Kaufladen von der ledigen Nachbarin erworben, die den Laden dann bis 1974 inne hatte. Die Nachbarin war Bernhardine Keller.

Der Laden wurde zu einem Markenzeichen von Engetweiler. Dies kann unter anderem daran ersehen werden, dass Maria Stöckler, die später mit ihrem Mann Albert in dem Haus wohnte, und der Bernhardine Keller mit Rat und Tat beim Verkaufen zur Seite stand, einfach nur als „Ladenmarie“ angesprochen wurde. Zu kaufen gab es im Kolonialwarengeschäft Bernhardine Keller fast alles: Lebensmittel aller Art, sämtliche Gebrauchsartikel vom Bremsenöl bis zum Riemenharz und vom Faden bis zu den Schnürsenkeln.

Im Jahre 1969 bauten Stöcklers ein neues Haus. Fortan betrieb Bernhardine Keller den Laden dann mit Hilfe von Frau Lange noch bis ins Jahr 1974.

  Nach dem Tod von Bernhardine Keller im Jahre 1995 wurde das Haus abgebrochen. Das neue Haus, das heute von Elmar Lerch und seiner Familie bewohnt wird, hat keinen Laden mehr.

    Bäckerei und Kaufladen Fehr in Mennisweiler (heute Bäckerei Reinhold Fehr)

  Eigentlich hätte die Bäckerei Fehr vor zwei Jahren ein großes Jubiläum feiern können. Zu diesem Zeitpunkt ist sie nämlich 100 Jahre alt geworden.

Der Großvater von Reinhold Fehr mit Namen Anton Fehr wurde 1880 geboren. Er hatte zehn Geschwister, davon drei Brüder. Großvater Anton Fehr erlernte den Beruf des Bäckers und ging auf die Walz. Da allerdings keiner seiner drei Brüder das kleine landwirtschaftliche Anwesen übernehmen wollte, kehrte er wieder in die Heimat zurück und erklärte sich bereit, das Erbe anzutreten. Allerdings nur unter der Bedingung, eine Bäckerei bauen zu dürfen. Diese entstand dann dort, wo heute die Garage steht. Das in der Bäckerei gebackene Brot wurde im Wohnhaus verkauft. Neben der Bäckerei und der kleinen Landwirtschaft betreute Anton Fehr wie schon sein Vater, also der Urgroßvater von Reinhold Fehr mit Namen David, den Molpertshauser Stiftungswald. Zudem war Anton Fehr viele Jahrzehnte im Kirchenchor aktiv und sieben Jahre lang Vorstand des Musikvereins. Offensichtlich war der Bäckereigründer ein humorvoller Mensch. Wenn er jedenfalls auf die Größe seiner Wecken kritisch angesprochen wurde, konterte er ganz gelassen: „Wenn dir oiner it roicht, dann iss halt zwoi“.

Anton Fehrs Sohn Ernst baute im Jahre 1954 die Bäckerei grundlegend um und verlegte sie nun in das mit einem Anbau versehene Wohnhaus. Dessen Sohn Reinhold Fehr hat nun mit seiner Frau „Hanne“ die Bäckerei seit 1977 inne.

Das Sortiment der Bäckerei und des Kaufladens umfasste schon immer außer Brot und Kleingebäck Rauchwaren, Bonbons, Mehl, Salz, Zucker, Milch, Käse und Schreibwaren, aber auch Backpulver, Hefe und Nudeln.

Übrigens können Fehrs wohl auf die längste Tradition in Mennisweiler zurückblicken. Balthasar Fehr, der Urahn von Reinhold Fehr, kam 1702 von Grund bei Wolfegg nach Mennisweiler. Ursprünglich stammt die Familie allerdings aus Österreich wie ein Wappen im Besitz der Familie aus dem 15. Jahrhundert beweist. Vermutlich kamen also die Fehrs – wie viele andere auch – nach dem Dreißigjährigen Krieg in das arg gebeutelte Oberschwaben und Allgäu. Familiennamen wie Lander, Madlener, Duelli, Walser, Lorinser usw., die es in unserer Gegend vielfach gibt, deuten auf eine österreichische oder schweizerische Herkunft.  

Gemischtwaren Fehr, Lerch, Tremp

  Das frühere Pfründnerhaus der Familie Fehr (heute Haus Peter Lerch) diente von etwa 1930 bis 1982 als Laden. Dieser wurde vor und während des Zweiten Weltkriegs von Elisabeth Fehr, der Schwester von Anton Fehr und deren Schwester Agathe Sneider betrieben. Agathe Sneider wurde allgemein die „Doktorin“ genannt, wohl weil sie die Witwe des Arztes Dr. Heinrich Sneider war. Als im Jahre 1945 die pflegebedürftige Elisabeth Fehr starb, zog die „Doktorin“ zu ihrem Sohn und verpachtete den Laden an eine Familie Gruza und später an Alois Detzel und seine Ehefrau Dora, geborene Salat.

Die Familie Lerch kaufte im Jahre 1953 das Haus. Die neue Ladnerin hieß nun Resi Lerch, genannt die „Nähere“. Resi Lerch starb im Jahre 1970.

Der Laden wurde schließlich vergrößert. Verkäuferin war nun Maria Tremp, von der auch die Informationen zur Geschichte des Gemischtwarenladens stammen. An der Hauswand stand mit großen Buchstaben „Handlung von Geschwister Lerch“. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen musste leider auch dieser typische „Tante-Emma-Laden“ im Jahre 1982 aufgegeben werden. Im Sortiment gab es bis dorthin fast alles, vom Gemüse über Gewürze, Rauchwaren, Hosenknöpfe, Faden, Schnürsenkel, Wolle, Stoffe bis zu Reisnägeln, aber auch Bismarck- und Salzheringe, Bonbons, Spirituosen, Schwefelkarten und Briefumschläge.

  Laden Rist in Mennisweiler (früher Max Rist), von 1930 bis 1945

  Peter Paul Rist aus Waldsee heiratete im Jahre 1870 Maria Anna Neyer, Tochter des Anton Neyer aus Lichtenstein. Vier der fünf Kinder aus dieser Ehe zogen nach München, um dort ihr Geld zu verdienen.

Elisabeth, genannt „Rist’s Betha“ (geb. 1872) zog es allerdings wieder zurück nach Mennisweiler, wo sie im Pfründnerhaus einen Laden errichtete. Es gab Lebensmittel aller Art, Wolle und Nähartikel. Wenn sie mit ihren Kunden sprach, war es allerdings unverkennbar, dass sie schon in Bayern war. „Wissen’s, ich bin schon in München gwest“, war einer ihrer Lieblingssätze. So erzählt es jedenfalls ihre frühere Nachbarin Josefine Herzog. Von Rist’s Betha bleibt vor allem deren wunderbare Krippe in Erinnerung. Diese ist wohl beim Brand 1956 vernichtet worden. Rist’s Betha starb bereits 1945 im Alter von 73 Jahren. Der Laden wurde daraufhin aufgelöst.

Kaufladen Holzwarth in Molpertshaus

Seit etwa 1860 gab es den Kaufladen Holzwarth in Molpertshaus, der damit die älteste Tradition aller Läden in der Pfarrgemeinde hat. Etwa um das Jahr 1860 hatte der Vorfahre der Holzwarths mit Namen Alois Schad einen Laden im heutigen Haus von Michael Weiler und seiner Familie. Damals wurde sogar Schwarzpulver und so genannte „Schneller“ verkauft. Im Jahre 1880 baute besagter Alois Schad dann, zusammen mit seinem Schwiegersohn Blasius Sproll, das Wohnhaus mit Laden und Landwirtschaft an heutiger Stelle, wie die noch vorhandenen Baupläne beweisen. Alois Schad, der 1912 verstarb, war nicht nur der erste Ladenbesitzer in Molpertshaus, sondern auch 40 Jahre lang Kirchenpfleger. Der Laden wurde dann allerdings von seinem Schwiegersohn, der eigentlich von Beruf Sattler und Tapezierer war, betrieben. An der Südfront des Hauses stand lange Zeit „Handlung von Blasius Sproll“. Im Jahre 1904 heiratete die Tochter von Blasius Sproll den Eisenbahnassistenten Georg Holzwarth aus Oberböblingen. Dieser erwarb später auch von den kinderlosen Eheleuten Bohner den oberen Hof der Holzwarths.

Wohnhaus und Laden sowie das Ökonomiegebäude wurde schon bald am unteren Standort vergrößert. Nach dem Tode der Eheleute Holzwarth wurde der Laden von den ledigen Geschwistern in wechselnder Besetzung betrieben. Heute steht das einst so stolze Gebäude zum Verkauf.

Bei Holzwarths gab es fast alles zum Kaufen: Stoff, Geschirr, Kerzen, Seife, Waschpulver, Zündhölzer, Wolle, Garn, Faden, Zigaretten und natürlich fast alle Lebensmittel, einschließlich Brot. Sogar ein Spielautomat war im Laden aufgestellt. Die Ladenöffnungszeiten waren schon damals sehr modern. Der Laden war eigentlich rund um die Uhr geöffnet. Selbst am Sonntagmorgen konnte nach der Kirche noch das unbedingt Notwendige erstanden werden. Nach vier Generationen aber musste der Laden kurz vor der Jahrtausendwende aufgegeben werden. Die letzte Ladenbetreiberin, Frau Ida Holzwarth, verstarb im Jahre 2004.

Die Informationen stammen vom Frühschoppenstammtisch der Molpertshauser Senioren und von Wilhelm Neyer.

  Laden von Salat – Schüle

  Von 1901 bis etwa 1954 gab es einen weiteren Laden in Molpertshaus. Dieser fand sich sogar auf einer Postkarte von Molpertshaus als „Buchbinderei und Schreibmaterialienhandlung von J & E Salat.

Es war der mit 72 Jahren pensionierte Lehrer Josef Salat, der mit seinem Sohn Eugen im Jahre 1901 im damaligen Gaishauserweg ein Wohnhaus (heutiges Haus Schüle) baute. Sohn Eugen war von Beruf Buchbinder. So richtete er alsbald eine Werkstatt mit Buchbinderei und einen Verkaufsladen für Schreibmaterial ein. Nebenbei versah Eugen Salat noch den Mesnerdienst in der Molpertshauser Pfarrkirche. Aus dem ursprünglichen Angebot von Schreibwaren wurde später ein Angebot aller Verbrauchsartikel, wie alte Molpertshauser noch wissen. Betrieben wurde dieser Laden noch bis in die späten Nachkriegsjahre. Die alte „Salate“, wie die Frau von Eugen Salat genannt wurde, und später deren Tochter Dora mit ihrem Mann Alois betreuten den Laden. Zeitweise wurde der Nachschub mit einem dreirädrigen Lieferwagen herangeschafft. Doch bald zeigte sich, dass zwei Läden in dem kleinen Ort Molpertshaus doch zu viel waren. Der Lebensunterhalt konnte daraus nicht bestritten werden und so zogen die Salats nach Friedrichshafen, um ihr Glück dort zu versuchen. Das Haus wurde 1958 an Simon Schüle verkauft. Der Ladenraum im Keller wurde fortan als Wohnraum genutzt. Frau Salat starb im Jahre 1985 im Alter von 90 Jahren in Dachau.

Die Informationen zur Geschichte des Ladens stammen von Frau Anna Schüle.

    Bäckerei Motz, Molpertshaus  

Wagnermeister Maximilian Neyer baute das Haus, in dem später die Bäckerei untergebracht war, mit Ökonomiegebäude (heute Haus Kraußmüller) im Jahre 1876. 1882 übernahm es Alois Hoch von der Haid und richtete dort eine Bäckerei ein.

Nach Meinung von Rudolf Lay war an diesem Ort damals auch eine Wirtschaft.

Hoch zog 1914 nach Leutkirch. Sein Nachfolger wurde der aus Herlazhofen gebürtige Thaddäus Motz und später sein Sohn Leonhard. Während des Zweiten Weltkrieges, als Leonhard Soldat war, stand die Bäckerei still. Nach seiner Heimkehr wurde die Bäckerei wieder weiter betrieben. Seine beiden Schwestern „Motza Anna“ und „Motza Rosa“ verkauften Brot in der Vesperpause vor dem Schulhaus. Es war sogar so, dass die Eltern der Schüler dem Bäcker Mehl brachten und dann durfte der Schüler solange seine Brezel und Seelen aus dem Korb nehmen, bis das Kontingent ausgeschöpft war.

Als der Umsatz dann aber ständig zurückging, wurde die Bäckerei im Jahre 1966 geschlossen. Leonhard Motz ging zur Arbeit in die Nudelfabrik Buck in Bonlanden.

Bäckerei Neyer / Schuwerk

  In Molpertshaus gab es sogar schon mal zwei Bäckereien. Eine Metzgerei lässt sich allerdings in der ganzen Pfarrei nicht nachweisen, obwohl bei der Bäckerei Neyer / Schuwerk ein Metzger eine Rolle spielte. Alois Warther, von Beruf Metzger, erstellte das Haus in Molpertshaus (heute Haus Karl Merk) und richtete später eine Bäckerei ein. 1871 übernahm Alois Neyer, Sohn von Wirt Liberat Neyer, das Anwesen und die Bäckerei. Vermutlich war auch hier kurzfristig eine Wirtschaft. Alois Neyer starb bereits 1882 und der neue Besitzer hieß Franz Josef Schuwerk aus Eisenharz. Schuwerk betrieb die Bäckerei weiter. Wann die Bäckerei stillgelegt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis, doch alte Molpertshauser wissen noch um die Existenz dieser Bäckerei.

Alois Merk, Vater von Karl Merk kam 1928 nach Molpertshaus und erwarb dieses Anwesen. Er war von Beruf Wagner.

  Weitere Kaufläden in der Pfarrgemeinde gab es in Furt (Haus Friedrich Kible) und Engetweiler (Haus Pensler)

  Jubiläum im Gasthaus Adler Molpertshaus

  Im Jahre 2005 konnte die Familie Kraft – Albrecht ein beachtliches Jubiläum feiern. Die Familie ist seit 100 Jahren auf dem „Adler“ in Molpertshaus. Dieses Jubiläum nimmt das Molpertshauser Lindenblatt zum Anlass, über die Geschichte von Hof und Wirtschaft zu berichten.

Zweifellos war der zum Gashaus Adler gehörige Hof St. Silenziari (später St. Silentiarius) einer der sieben Höfe, die Hans von Molbrechtshusen, ein Nachfahre von Ritter Hildeprand im Jahre 1371 als Almosen „zum Heil der Seelen seiner Eltern, Vorfahren und Nachkommen, zu Trost und Hilfe und zur Förderung seines ewigen Lebens“ dem Kloster Schussenried vermachte (so nachzulesen bei Fikler, Geschichte der Grafen von Heiligenberg und bei Siegfried Krezdorn, Waldseer Urkunden aus dem Kloster Schussenried).

Ein Urbarium des Klosters Schussenried vom Jahre 1701 bzw. 1728, in dem die Lehensgaben aufgezeichnet sind, beweist dies eindeutig. Der Hof hatte damals 62 Jauchert, was 94 Morgen entspricht und war somit der größte im Dorf. Lehensträger waren Hans Kuntzer (1680 bis 1713) und Franz Stübe (1713 bis 1750), der aus Böniswald kam. Von einer Wirtschaft war aber noch in keiner Niederschrift die Rede. Im Jahre 1804 finden wir allerdings in der Chronik der Kirchengemeinde einen Absatz mit folgendem Wortlaut: „Anno 1804 wurde das Wirtshaus allhier gebaut. Das alte, welches baufällig war, stand in der Baind (Obstgarten östlich der Straße)“. Vermutlich wurde auch zu diesem Zeitpunkt eine Anlage zum Bierbrauen errichtet.

Johann Georg Hoch, Anwalt und Mitglied des Kirchenstiftungsrates erbaute auf dem Grundstück seines Lehenhofes die Wirtschaft zum „Adler“.

Im Jahre 1826, also vier Jahre nach seinem Tode, heiratete seine 19jährige Tochter Maria Anna den ursprünglich in Lichtenstein beheimateten Liberat Neyer (geb. 1802). Dieser kam einst als Hirtenbube in unsere Gegend.

Von der Hochzeitsfeier ist folgende Anekdote überliefert. Während der Hochzeitsfeier brannte plötzlich der Kamin. Mutige Burschen stiegen sofort auf das Dach und deckten das Feuer mit einer frischen Kuhhaut ab, denn Wasser war nur spärlich vorhanden. Nach kurzer Zeit war das Feuer gelöscht und die Hochzeitsfeier konnte fortgesetzt werden. Liberat Neyer starb 1844 im Alter von 42 Jahren. Vermutlich war zu diesem Zeitpunkt das Anwesen schon vom Kloster abgelöst und Eigentum der Familie.

Seine nun verwitwete zweite Frau (die erste starb bereits mit 28 Jahren) heiratete nun nach Volkertshaus. Hof und Wirtschaft wurden verkauft.

Angeblich muss das gesamte Anwesen von einem gewissen Alois Maierhofer gekauft worden sein. Am 20. November 1846 jedenfalls war Hof und Wirtschaft in Folge Gants (also Konkurs) im Wochenblatt zum Verkauf ausgeschrieben. Dabei wurden ein zweistöckiges Wohnhaus mit Tafernwirtschaft, Brauereieinrichtung, Stadel mit Strohdach, Pfründnerwohnung und etwa 117 Morgen Grund und Boden inseriert.

Der damalige Käufer war ein Mann namens Michael Lutz. Dieser veräußerte das Anwesen aber schon ein paar Jahre später, nämlich im Jahre 1853 an die Witwe Obermayer, Wirtin von Mennisweiler. Ihr Sohn Josef Anton betrieb nun Hof und Wirtschaft. Als dieser dann 42jährig im Jahre 1870 starb, stand das Anwesen erneut zum Verkauf.

Es wurde nun von Alois Koch aus Mennisweiler erworben. Der Besitzer hatte im Jahre 1873 Glück und Unglück. An einem denkbar heißen Sommertag, dem 7. Juli 1873, so berichtet die Chronik der Kirchengemeinde, ging das Ökonomiegebäude seines Hofes in Flammen auf. Innerhalb von zwei Stunden wurden zehn Höfe bzw. Sölden in Molpertshaus eingeäschert. Die Wirtschaft mit ihrem Plattendach blieb allerdings glücklicherweise von dem Flammemeer verschont.

Alois Koch starb im Jahre 1886. Seine Witwe heiratete nun den Bierbrauer Ferdinand Boos aus Wassers. Die Familie zog im Jahre 1895 nach Baindt. Der neue Besitzer wurde nun Hugo Farny aus Dürren. Nach kurzen Episoden verschiedener Pächter übernahm im Jahre 1905 Hugo Kraft vom Berghof bei Kißlegg und seine Ehefrau Josefa Kübler aus

Aach Wirtschaft und Hof als Pächter.

Ein Glücksfall für den Besitzer, wie sich bald herausstellen sollte, denn nun hatte der ständige Wechsel ein Ende.

1947 übernahm der Sohn Hugo und seine Ehfrau Maria, geborene Gnannt, das Anwesen. Mit Zustimmung des Besitzers (nun Pfarrer Farny) wurde 1957 die mit einem Walmdach erbaute Wirtschaft von 1804 bis auf das Erdgeschoss abgebrochen und der ganze Baukörper erneuert. 1962 gingen Hof und Wirtschaft in das Eigentum der Familie Kraft über. Nachdem 1986 das Ökonomiegebäude abbrannte, entschloss sich die Familie, die Landwirtschaft zu verpachten. Die Wirtschaft zum „Adler“ aber ging 1994 in der dritten Generation an die Tochter Gisela und ihren Mann Josef Albrecht über.

Auch sie nahmen verschiedene Umbauten vor, sodass sich die Wirtschaft mit Nebenzimmer, Saal und Biergarten zu einem gefragten Speiselokal entwickelte. Doch trotz dieser Änderung fühlen sich heute noch Stammtischler, Musikanten, Sänger, Sportler und Kartenspieler wohl beim „Oberen Wirt“, wie die Wirtschaft im Lokalen Umfeld genannt wird.

 

Schulgeschichte von Molpertshaus – die ersten Lehrer war zugleich Totengräber

 

 

„Bis ins 17. Jahrhundert wusste man von einer Schule in Molpertshaus nichts und es war auch kein Mann hier, selbst der Mesner nicht, der nur das geringste von Schulsachen verstand und fähig wäre, eine Schule zu halten“, so ist es wörtlich in der Chronik der Kirchengemeinde nachzulesen. Die Schulwilligen gingen seinerzeit nach Haisterkirch in die Schule.

1761: Friedrich Fröhlich aus Mettenberg kommt nach Molpertshaus und übernimmt den Posten des Mesners und Organisten, sowie die Aufgabe als Totengräber. Seine Wohnung hat er im neu erbauten Mesnerhaus (gegenüber der Kirche), wobei er auch die dazugehörige Landwirtschaft mit 18 Morgen betreibt.

1767: Friedrich Fröhlich wird zum Schullehrer bestimmt. Im Mesnerhaus wird eine Schulstube als Unterrichtsraum eingerichtet. Fröhlich stirbt im Jahre 1790 (ein Jahr nach der Französischen Revolution) im Alter von 58 Jahren. Er war mit Ursula Stübe, der Tochter des größten Bauern am Ort verheiratet.

1790: Das Kloster Rot, sowie der Patronatsherr bestimmten als Nachfolger den Sohn von Friedrich Fröhlich, nämlich den im Jahre 1767 geborenen Norbert Fröhlich. Er übernimmt 1810 zusätzlich zu den Tätigkeiten seines Vaters auch noch das Amt des „Heiligenpflegers“ (heute Kirchenpfleger). Die Ausübung dieser Tätigkeit war den Pfarrern zuvor gesetzlich verboten worden. In die Amtszeit dieses Lehrers fällt auch der erste Schulhausneubau im Jahre 1821 (Standort gegenüber der Kirche, heute Sträuchergarten; vgl. das Bild auf Seite 6).

1821: Das neue Schulhaus wurde mit Ziegelsteinen vom Abbruch der Eligiuskapelle in Mennisweiler (Kiesgrube) gebaut. Der ganze Bau kostete 653 Gulden und 23 Kreuzer.

Zur damaligen Zeit gab es noch Winter- und Sommerunterricht, sowie Werktags- und Sonntagsschule. Am Ende eines Schuljahres begutachtete ein Gremium die Versäumnisse. Bei grobem Verstoß musste Strafgeld bezahlt werden. Auch Handarbeitslehre, Industrielehre genannt, stand auf dem Stundenplan. Norbert Fröhlich starb 1827.

1827: Das Amt des Lehrers bleibt in der Familie. Der Nachfolger von Norbert Fröhlich wird wieder dessen Sohn, ebenfalls mit Namen Norbert. In seiner Zeit als Lehrer erfolgte der Anfang von Stiftungen für die Schulspeisung von Armen und Kindern. Diese wurde vom Kirchenstiftungsrat festgelegt. Erster Stifter mit 400 Gulden war im Jahre 1840 der ledige Baptist Birkenmayer aus Roßberg. Norbert Fröhlich starb 1853 nach langer Krankheit im Alter von 55 Jahren.

1853: Da Lehrer Fröhlich schon längere Zeit seinen Dienst nicht mehr ausüben konnte, war schon im Jahre 1849 Schulgehilfe Obermayer angestellt worden. Er versuchte, im Jahre 1849 eine Blasmusik zu gründen, die aber bereits 1853 wieder aufgelöst wurde. Neuer Schulmeister wurde im Jahre 1853 für nur ein Jahr Karl Jäck aus Rot. Im Jahr 1853 wurde auch der erste Schulgemeinderat gewählt.

1854: Der Nachfolger von Karl Jäck war Gustav August Bauer aus Berg. Es war ein Lehrer, der sich mit fast allen im Dorf anlegte und deshalb oft Objekt von Unfug und Schabernack, vor allem von Seiten der Jugendlichen, wurde. Selbst mit Pfarrer Breitenbach stand Lehrer Bauer auf Kriegsfuß. Nach Meinung des Pfarrers entsprach dieser nämlich nicht dem Ideal eines christlichen Vorbilds. Lehrer Bauer starb aber reumütig, wie der Pfarrer in der Chronik im Jahre 1870 vermerkte. Weitere Bemerkungen des Pfarrers sind in der Chronik von der Visitation übertüncht worden.

1856: Der Totengräberdienst wird nun von der Lehrer- und Mesnerstelle getrennt. Der Grund war, dass es keine Träger mehr gab. Der Mesner hatte diese angeblich schlecht besoldet.

1870: Nachfolger des Verstorbenen wurde Josef Salat aus Lippach bei Ellwangen. Dieser war bereits seit 1863 in Molpertshaus. Ihm zur Seite stand Schulgehilfe Anton Höhnlein aus Künzelsau.

1883: Die Schülerzahl ist auf stolze 120 angestiegen. Es wird deshalb beschlossen, ein neues Schulhaus zu bauen.

1884: Nach heftigen Diskussionen und handfesten Auseinandersetzungen wurde als Standort der Platz auf dem der frühere Zehntstadel stand (heutiges Schulhaus) bestimmt. Bedenken über starken Wind oder Leichen- und Modergeruch aus dem nahe gelegenen Friedhof wurden verworfen. So konnte alsbald mit dem Bau begonnen werden. Der stattliche Neubau wurde zweiklassig mit einem Lehrerzimmer gebaut und kostete 15.314,38 Mark.

Der Schulleiter wohnte noch immer im Mesnerhaus.

1900: Josef Salat ging am 1. Juli 1900 mit 72 Jahren in Pension und baute anschließend mit seinem Sohn ein Haus (heutiges Haus Schüle).

Im Jahre 1900 wurde laut Gesetz der Schul- und Mesnerdienst getrennt. Der Schulverband kaufte daraufhin das alte Lehrerhaus (rechts neben Laden Holzwarth) als Lehrerwohnung. Die Schülerzahl war noch einmal auf 146 angestiegen.

Ab diesem Zeitpunkt sind nur noch wenige Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern zu finden.

1954: Der Schulverband bekam immer mehr Rechte in der Pfarrei. Er bestimmte sogar über den Friedhof. Die Schulgemeinde Molpertshaus beabsichtigte, ein neues Kriegerdenkmal zu errichten. Die Einweihung desselben fand am 24. Oktober 1954 durch Gefängnispfarrer Raible statt.

1961: Der Schulgemeinderat beschließt, ein neues Schulhaus und ein neues Lehrerhaus zu bauen. Das Lehrerhaus wurde in langer Bauzeit in den Jahren 1963 und 1964 errichtet  (heute Haus Maier). Das Schulhaus war bald nicht mehr nötig.

1963/64: Die Volksschule wird dreiklassig. Neben Schulleiter Kräutle und Frau Gassner kommt Lehrer Lothar Schnell nach Molpertshaus.

01.12.1966: Das Schulamt hat verfügt, dass mit Einführung der neunten Klasse die Klassen 5 bis 9 die Hauptschule Bergatreute besuchen müssen. Heftige Demonstrationen und Proteste der Eltern bleiben ohne Erfolg.

1969: Schulleiter Kräutle geht nach 30 Jahren Schuldienst in Molpertshaus in Pension.

1974: Der Schulverband wird aufgelöst.

1978: Der letzte Schulleiter, Alfred Schultheiß, verlässt nach acht Jahren die Schule in Molpertshaus. Es wird nur noch die 4. Klasse von Bergatreute und Molpertshaus in Molpertshaus unterrichtet.

1983: Das endgültige Aus der Schule in Molpertshaus. Die letzten Lehrerinnen waren Frau Bucher und Frau Gütler.

 

Jetzt lesen Sie einfach mal Folgendes…

Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unviresitiät ist es eagl, in wlehcer Rienhefoge die Bcuhtsbaen in eniem Wort sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas die estren und lzteten Bcuhtsbaen am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sein, und Sie knönen es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, weil wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnazes. Tlole Sache einiginedclh!  

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Aus den Verhörprotokollen der Herrschaft Wolfegg im 30-jährigen Krieg

 

 

Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) war bekanntermaßen ein für die Bevölkerung furchtbares Ereignis. Brandschatzungen, Verwüstungen, Vergewaltigungen und andere Greueltaten sind aus dieser Zeit überliefert. In der Rötenbacher Bauernchronik von Hartmund Helber wird unter anderem auch aus den Verhörprotokollen der Herrschaft Wolfegg aus dieser Zeit berichtet.

„Im Jahre 1643 wird in Haisterkirch, Mittelurbach und Mennisweiler untersucht, wer fünf kaiserliche Soldaten umgebracht habe. Dabei geben die befragten Personen an, diese fünf hätten in der ganzen Umgebung ihr Unwesen getrieben.

So die Aussage von Georg Gerumb aus Mennisweiler: Als einer der fünf Reiter zu ihm kam, Nachtquartier, Licht und Futter von ihm begehrte, sei das Gesinde davongerannt. Auch er wäre gerne weggerannt, doch konnte er sich

nicht lösen von dem Soldaten. Der Soldat sagte denn auch zu ihm, er solle nicht versuchen zu entweichen, sondern ihnen zeigen, wo sie die Pferde unterstellen könnten. Da habe er „dem Soldaten zur Stube hinausgezunden“. Der Soldat fragte ihn unterdessen, wo der andere Bauer sei. Darauf gab er zur Antwort, er hole gerade sein Futter. Doch schon stand ein weiterer Soldat mit dem Pferd an der Wand, der zum ersten Soldaten sagte: „Hänge den Schelm auf, sonst reißt auch dieser aus!“. Er gab darauf zur Antwort, wenn sie ihm nicht tun werden, dann wolle er nicht ausreißen. Nun gab er dem ersten Soldaten sein Licht und sagte, er wolle noch ein weiteres holen. Er erkannte seinen Vorteil, entwich zum Hause hinaus und dem Walde zu. Beide Soldaten liefen ihm noch nach und drohten, das Haus abzubrennen, da sei er wieder umgekehrt und ins Haus gegangen.“ Soweit die Schilderung aus der Rötenbacher Bauernchronik, Seite 86.

Leider wissen wir nicht, auf welchem Hof dieser Bauer war. Schon 1527 war ein Paul Gerung (es wurde verschiedentlich Gerung oder Gerumb geschrieben) Heiligenpfleger der Kirchenfabrik Molpertshaus (Kirchenpflege).

Ebenso ein Hans oder Johannes von 1604 bis 1640. Besagten Georg Gerumb finden wir in den Kirchenbücher erstmals im Jahre 1641 als Zinspflichtiger der Kirchenfabrik. Letztmals lesen wir von einem Gerumb in Mennisweiler (Hans Gerumb) im Jahre 1663 und in Zwings von einem Michael Gerumb, der 1719 starb.

 

Trinkwasser in Mennisweiler

 

 

Sauberes und hygienisch einwandfreies Trinkwasser war schon immer ein unschätzbares Gut, auch für Mennisweiler. Früher war es üblich, dass fast jeder Hof einen eigenen Brunnen hatte. Die Regel war: Wer den tiefsten Brunnen grub, für den war die Wasserversorgung kein Problem.

Später gab es so genannte Wassergemeinschaften mit Leitungswasser, meist Oberflächenwasser, das aus dem Bergrücken im Norden des Ortes drückte und in Brunnenstuben gesammelt wurde. Wassermangel in Trockenzeiten war oftmals Anlasse zu Zwistigkeiten.

1956 wurde von dem „Brunnenschmecker“ Paulmichel aus Kißlegg ein 26 Meter tiefer  Brunnen gegraben. Der Ort bekam nun eine zentrale Wasserversorgung. Auf dem Bläsiberg wurde ein 200 Kubikmeter fassender Hochbehälter errichtet und ein vollkommen neues Leitungsnetz verlegt.

In den 80-iger Jahren war jedoch wieder Wasserknappheit. Eine Notleitung von Oberurbach zum Hochbehälter auf dem Bläsiberg sorgte für Abhilfe. Daraufhin erfolgte dann bald der Beschluss, dass Mennisweiler an die „Obere Schussentalgruppe“ anzuschließen sei, was alsbald erfolgte. Viele Mennisweiler hatten danach Sehnsucht nach dem hervorragend schmeckenden Wasser aus dem alten Brunnen. In der Waldseer Zeitung wurde ein Foto mit einer Bildunterschrift veröffentlicht, die eine Gedenktafel, von einem bekannten Mennisweiler Bürger aufgestellt, mit der Aufschrift: „Letzte Ehre. Im Brunnen ist Ruh. Hier ruht unser gutes Wasser. 1955 – 1984. Totenmahl am 28.9.1984“

Die Schwäbische Zeitung schrieb seinerzeit: „Spaßvögel singen in Mennisweiler auf einer Holztafel einen Abgesang auf den Mennisweiler Trinkwasserbrunnen, der seit 1. Juli nicht mehr gebraucht wird. Seit diesem Zeitpunkt wird die Ortschaft von „Oberen Schussentalgruppe“ mit Wasser versorgt. Anlaß für einen Anschluß an den Gaisbeurer Wasserversorgungsverband war ein Wassernotstand im August vergangenen Jahres. Nicht allen Mennisweilern ist der Anschluß an eine fremde Wasserquelle leichtgefallen. Die Tafel zeugt davon. Mit einem zünftigen Fest lässt sich manches richten. Das dachten wohl Ortschafts-verwaltung und Versorgungsverband, als sie alle Mennisweiler Wasserabnehmer zu einem „Wasserfest“ heute um 20 Uhr in den „Adler“ in Molpertshaus einluden. Mitgestaltet wird das feuchtfröhliche Fest von der Musikkapelle, Liederkranz und dem gemischten Chor aus Molpertshaus.“

Heute sind wir über die damalige Entscheidung froh. Denken wir nur an die Landwirtschaft (Wasserschutzgebiet). Außerdem liefert uns die Schussentalgruppe genügend Wasser zu einem relativ günstigen Preis.   Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6

 

Zur Erinnerung an Pfarrer Adolf Heinzmann

Pfennigfuchserei von und mit Pfarrer Adolf Heinzmann

 

Im Betha-Ruf, dem Katholischen Kirchenblatt für die Pfarreien Reute, Mochenwangen, Wolpertswende und Molpertshaus, vom 7. September 1952 bringt der Molpertshauser Pfarrer Adolf Heinzmann seinen Ärger über die offensichtliche Pfennigfuchserei seiner Schäflein zum humorvollen Ausdruck. Dort steht unter der Überschrift „132 rote Pfennige im Klingelbeutel“ folgendes geschrieben.

„Es geht allmählich der Opferung zu. Der Klingelbeutel rückt in die Nähe. Der Baltes greift in den Hosensack und zieht das Portmanné heraus, sein Auge sucht in den Münzen, aber entdeckt keinen einzelnen Roten. „Kannst Du mir nicht 2 Pfennig wechseln?“, sagt er zum Nachbarn, „ich muß opfern“.

Kommen da also beim Zählen des Sonntagsopfers 132 Rote Pfennige heraus. Was ist aber 1 Pfennig? 1 Pfennig = der 100. Teil eines Tanzbendels; der 20. Teil einer Ansichtskarte; der 10. Teil eines Schlotz-Eises; der 5. Teil eines Schuhnagels; eine weggeworfene Zigarettenkippe.

Für 1 Ei erhält der Bauer 21 Pfennig und den 21. Pfennig von 1 Ei wirft er in den Klingelbeutel, nicht alle, aber 132 Personen handeln so!

Wer gibt auch heute noch einer Kellnerin 1 Pfennig Trinkgeld? Aber man schämt sich nicht, dem Herrgot 1 Pfennig zu geben. Die Religion hat doch den miserabelsten Kurs auf der Welt. Sie gilt einem Großteil von Menschen nichts mehr oder gerade so viel wie 1 Pfennig.

Was würdest du sagen, wenn du vom Vater 1 Pfennig Sonntagsgeld erhieltest? Was würdest du sagen, wenn dein Bräutigam dir am Sonntag oder zum Namensfest 1 Pfennig spendierte? Ausspucken oder ins Gesicht werfen!

Wagt man zu denken dass Gott etwa kein Ehrgefühl hat? Glaubst du, Pfennigopferer, dass Gott sich vor dir verbeugt und dir die Hand küsst ob deiner Freigebigkeit? Also den Wert einer weggeworfenen Zigarettenkippe bietet man Gott an. Und wenn man den Pfennig noch spalten könnte, würde man nicht davor zurückschrecken, jeden Sonntag nur die Hälfte eines Pfennigs zu opfern. Du gibst mir zur Antwort: „Man muß sparen“. Sonderbar, dass man dann sparen muß, wenn man in die Kirche geht.

Drei Evangelien bringen das Wort des Heilandes: ‚Mit dem gleichen Maße, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.“

Soweit der Leitartikel von Pfarrer Heinzmann im „Betha-Ruf“ vom 7. September 1952. Heute, 55 Jahre später, ist alles anders. So etwas könnte heute gewiss nicht mehr vorkommen. Heute gibt es nämlich fast keine Pfennige mehr….

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Pfarrer Heinzmann und seine Anordnungen  

 

 

Der Sommer 1957 muss offensichtlich ein sehr heißer gewesen sein. Pfarrer Heinzmann verweist jedenfalls am 23. Juni 1957 im „Betha-Ruf“ auf die erst kürzlich erfolgte Kanzelverkündigung: „Auf die Kanzelverkündigung bezüglich der Kleidung in der Kirche wird noch einmal hingewiesen. Das Gotteshaus ist weder ein Badestrand noch ein Fleischmarkt, sondern das, was das Wort besagt: Haus Gottes.“

Im darauf folgenden Jahr greift er durch. Offensichtlich lässt die Aufmerksamkeit mancher Gottesdienstbesucher zu der Zeit einiges zu wünschen übrig. Im schon bekannten „Betha-Ruf“ ist jedenfalls am 17. August 1958 zu lesen: „Als Ordner in der Kirche während des Gottesdienstes wurde Rudolf Lay aufgestellt. Er hat die Vollmacht des Pfarrers und kann solche aus der Kirche weisen, die den Gottesdienst durch ungebührliches Verhalten und durch Schwätzereien stören“.

 

Schon früher hat es der Pfarrer offensichtlich nicht allen recht machen können….

 

Am 24. April 1955 war der Guthirtensonntag. Diesen nahm Pfarrer Heinzmann im „Betha-Ruf“ zum Anlass, um über die vielfältigen Erwartungen an den Pfarrer zu philosophieren. Pfarrer Heinzmann schrieb unter der Überschrift „Wie siehst Du Deinen Pfarrer?“ folgendes:

„Das Thema Hirt und Herde liegt am Guthirtensonntag auf der Zunge wie auch in der Feder. Der Schreiber dieser Zeilen kommt in vielen Gemeinden herum und dabei kann man die interessantesten Urteile über den eigenen Pfarrer hören. Zumeist widersprechen sich die Ansichten über den ein- und denselben Pfarrer vollständig: „Wir hätten keinen besseren kriegen können.“ Und daneben: „Hoffentlich haut er bald ab.“ Woher das nur kommen mag? Diese Frage stößt uns auf den Kern des Problems.

Keinem Pfarrkind kann man es verwehren, sich eine eigene Meinung über seinen Pfarrer zu bilden. Aber alle Pfarrkinder sollten sich ein bisschen Mühe geben, ihren Pfarrer richtig zu sehen. Darunter versteht man das Wesen, also die Hauptsache, wie er denkt, was er will, wovon sein Inneres erfüllt ist, was ihn freut, was ihn traurig macht, seine Methode und sein Ziel. Unwesentlich ist, ob der Pfarrer eine Hornbrille trägt oder einen Mayserhut, ob er raucht oder nicht raucht, ob er gern ein Viertel Wein trinkt oder nur saure Milch, ob einer Rosen züchtet oder einen Dackelhund hält. Man hüte sich, auf Grund einer einseitigen Beurteilung den Pfarrer zu verkennen und den Stab über ihn zu brechen. Ist der Pfarrer wirklich nur Büromensch oder nur Finanzler oder nur Gschaftlhuber oder nur Polizeichef oder nur Kritikaster oder nur Gehaltsempfänger, der in aller Gemächlichkeit auf seine Pension wartet?

In den Köpfen liest man gerne folgende Zeitungs-Annonce:

Such-Anzeige: Gesucht werden Pfarrer, die uns in Ruhe lassen und schöne Leichenreden halten können. Im Namen des lieben Friedens: Viele gut meinende Katholiken.

Noch eine Fabel! Etliche störrische Böcke einer Schafherde machten Revolution gegen ihren Schäfer, setzten ihn ab und suchten sich nun selbst ihre Weideplätze aus. Nicht weit von den Hürden war ein fetter junger Klee in den Mai hineingewachsen. Alle Schafe freuten sich über dieses leckere Mal, fraßen und platzten förmlich auseinander. Da legten sich auch die Böcke vor Schmerzen auf den Rücken, streckten ihre Füße zum Himmel, und da sagte einer reuevoll zum andern: ‚Du, so ein Schäfer ist doch eine intelligente Einrichtung’.“

 

 

Die Geschichte der Firma Neyer in Mennisweiler – Spurensuche zum 175. Jubiläum

 

Seit 175 Jahren spielen Neyers in Mennisweiler und Umgebung eine – wie noch zu sehen sein wird – nicht unbedeutende Rolle. Am 21. und 22. April des Jahres 2007 wurde dieses Jubiläum in Mennisweiler in einem äußerst würdigen Rahmen begangen. Unter anderem wurde am Sonntag, 22. April von Pater Hubert Veeser vom Salvatorkolleg in Bad Wurzach ein neu gestaltetes Wegkreuz gesegnet. Die Geschichte der Neyers in Mennisweiler beginnt in Lichtenstein.

Josef Anton Neyer (1800 bis 1881) aus Triesen-Vaduz / Lichtenstein kam zusammen mit seinem Bruder Liberat (siehe Wirtschaft „Adler“) als Hirtenbube in unsere Gegend. Josef Anton erlernte das Schmiedehandwerk und erhielt 1831 den Meistertitel als Hufschmied.

Ebenfalls 1831 heiratete er die Tochter von Anton Multer und seiner Frau Veronika Heckler. Anton Multer war bereits 1817 nach Molpertshaus gezogen und kaufte dort eine Landwirtschaft (heute der ehemalige Hof Butscher). Er überließ das Anwesen in Mennisweiler (heute Harsch) der Tochter Genovefa und ihrem Mann Willibald Ernle.

Als diese Familie dann allerdings nach Söldenhorn zog, übernahm Josef Anton Neyer und Anna Maria Multer (eine Schwester von Genovefa) wiederum dieses Anwesen. Es wurde eine Schmiedewerkstatt angebaut (vermutlich der Anbau an der heute noch bestehenden Hofstelle).

Josef Anton Neyer und seine Frau hatten 13 Kinder, von denen drei schon kurz nach der Geburt starben. Von den sechs überlebenden Söhnen wurden zwei Schmiedemeister, zwei Wagnermeister, einer Rechenmacher und ein weiterer Metzger und Wirt. Alle sechs erwarben oder bauten sich eigene Handwerksstätten, jeweils mit einer Landwirtschaft (siehe eigenen Artikel).

Der älteste lebende Sohn Alois (1834 bis 1899) heiratete 1867 Balbina Sproll aus Knetzenweiler. Er erwarb von seinem Nachbar Anton Glückshafen ein Grundstück und baute Wohnhaus mit Ökonomiegebäude und eine neue Schmiedewerkstatt. Das elterliche Anwesen übernahm seine Schwester Maria Anna mit ihrem Mann Peter Paul Rist aus Waldsee.

Wieder erlernten von den insgesamt 12 Kindern der Familie drei Söhne das Schmiedehandwerk. Maximilian, der älteste Sohn (geb. 1873 bis 1942), übernahm 1904 den elterlichen Betrieb. Er heiratete Kreszentia Rief aus Wolfartsweiler bei Unterschwarzach. Von den insgesamt sieben Kindern der Familie erwählten wiederum zwei Söhne den Schmiedeberuf. Sohn Wilhelm (1906 bis 1984) übernahm 1935 Landwirtschaft und Schmiede. Er heiratete 1943 Angela Holzwarth aus Molpertshaus. In seine Zeit erfolgte schon ein Umbruch in der Landwirtschaft.

Hölzerne Räder an den Erntewagen wurden durch gummibereifte ersetzt. Statt der alten Leiterwagen wurden nun so genannte Brückenwagen gefertigt. Die Gespanne, egal ob Pferd, Ochsen oder Kühe, wurden von den ersten Traktoren abgelöst. Wilhelm erkannt diese Entwicklung und erweiterte seine Schmiede. Esse und Amboss wurden nur noch zum Schmieden von Pflugscharen gebraucht. Trotz dieser Entwicklung erlernten seine beiden Söhne Wilhelm und Hermann das Schmiedehandwerk. Sohn Wilhelm machte aber zusätzlich eine Lehre als Landmaschinenmechaniker.

1970 gründet Wilhelm (geb. 1948), nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung im Landmaschinensektor, zusammen mit seinem Bruder Hermann Neyer (geb. 1950) das Unternehmen Neyer Landtechnik.

1977 wird auf eigenem Grund und Boden in der Mennisweiler Bürgerstraße eine neue, den Ansprüchen der heutigen Zeit entsprechende Landmaschinenwerkstatt, erbaut.

1994 wird die neue Firma mit Namen „Neyer Stahltechnik“ quasi als zweites Standbein gegründet.

1997 zieht Neyer Stahltechnik ins neue Betriebsgebäude in der Roßberger Straße 46 am Ortsrand von Mennisweiler in Richtung Roßberg ein.

Im Jahre 2007 feiert der Betrieb Neyer sein 175jähriges Jubiläum. Inzwischen sind zwei der vier Kinder von Wilhelm und Roswitha Neyer, nämlich Thomas und Martin, als Ingenieure im Betrieb tätig. Die Tradition der Firma Neyer wird also weitergehen.

 

Von Mennisweiler aus zogen die Neyers in die Umgebung….

 

Den Namen Neyer gibt es in der Umgebung häufig. Wie aus folgenden Ausführungen zu ersehen ist, haben die Neyers alle ihren Ursprung in Mennisweiler und gehen fast alle auf den bereits mehrfach erwähnten Josef Anton Neyer (geb. 1800) zurück, der vermutlich in der Zeit von 1815 bis 1820 als Hütebub mit seinem Bruder Liberat aus Vaduz in Lichtenstein nach Mennisweiler kam.

Besagter Josef Anton Neyer erwarb im Jahre 1831 das Meisterrecht als Hufschmied und heiratete im selben Jahr auf das kleine Anwesen Multer und errichtete dort eine Schmiede. Dieses Ehepaar hatte sechs Söhne. Alle sechs erlernten Berufe und suchten die Selbständigkeit als Schmiede, Wagner, Wirte, Rechenmacher und Bauern. Ihre Wege führten sie nach Molpertshaus, Binzen und Eintürnen.

In den Jahren 1868/70 baut Alois Neyer (1834 bis 1899) das bis vor ein paar Jahren noch stehende Wohn- und Ökonomiegebäude, sowie die heute noch stehende alte Schmiede und vermutlich auch das Pfründnerhaus in Mennisweiler. Dessen Sohn Maximilian (1873 bis 1942) war der Großvater von Wilhelm und Hermann Neyer, die heute noch die Chefs bei Neyers sind. Der Vater der beiden hieß ebenfalls Wilhelm und wurde 1906 geboren.

Der zweite Sohn des „Stammvaters Neyer“ hieß Engelbert Neyer (1837 bis 1916), war ebenfalls Schmied und erbaute 1870 das heute noch stehende Anwesen „Bergschmied“ in Binzen. Dessen Sohn Karl wiederum, sein Enkel Albert und sein Urenkel Albert werden ebenfalls Schmied in Binzen. Leider musste der Betrieb in den 70iger Jahren dem Strukturwandel in der Landwirtschaft weichen.

Der Sohn der Tochter Elisabeth mit Namen Franz Xaver wurde ebenfalls Schmied und zog nach Haisterkirch. Aus dieser Schmiede ist der heutige Betrieb Metallbau Neyer in Haisterkirch entstanden.

Sohn Lorenz (geb. 1844) wurde Wagnermeister und kaufte 1874 das kleine Anwesen Vonier in Mennisweiler (früher Georg Neyer) und errichtete eine Wagnerwerkstätte. 1902 übergab dieser an seinen Sohn Alois, ebenfalls Wagner. Lorenz Neyer zog nach Eintürnen, wo er eine Landwirtschaft mit einer Gaststätte kaufte.

Sohn Maximilian, Wagnermeister erbaute sich im Jahre 1863 ein Anwesen (später Wirtschaft Fässler), in Mennisweiler. 13 Jahre später verkaufte er das Anwesen und baute 1876 in Molpertshaus das Anwesen Motz (heute Kraußmüller). Offensichtlich liebte Maximilian Neyer Veränderungen. So verkaufte er jedenfalls auch dieses Gebäude im Jahre 1881 und errichtete eine kleine Landwirtschaft (heute Haus Josef Welte) in Molpertshaus. Das Ehepaar blieb kinderlos.

Ein weiterer Sohn von Alois Neyer mit Namen Josef (geb. 1842) war Rechenmacher. Er heiratete 1870 Josefa Keßler und baute sich ein Haus in Mennisweiler (heute Konrad Liebrich). Josef Neyer war viele Jahre Feuerwehrkommandant, zog dann aber im Jahre 1907 nach Steinach.

Schließlich erbaute der im Jahre 1872 noch ledige Andreas (1848 bis 1924), von Beruf Metzger und Wirt, sich ein Anwesen in Molpertshaus (heute Hof Lay) und eröffnete eine Wirtschaft zur „Frohen Aussicht“. Als 1878 der Wirt der „Frohen Aussicht“ in Mennisweiler, Franz Josef Ott stirbt, heiratete er die Witwe, verkaufte seinen Besitz in Molpertshaus und übernahm Wirtschaft und Landwirtschaft in Mennisweiler. Aus wessen Grund auch immer, verkaufte er 1886 das gesamte Anwesen und baute um die Jahrhundertwende ein neues Haus (heute Thea Hartmann). Sein Sohn Josef betrieb hier später eine Schreinerei.